Der Holzkünstler und Nebenerwerbsbauer Robert Gampus und die Literatin Marlen Schachinger lernten einander an der Mischmaschine kennen. Klingt unglaublich, ist aber wahr. Und da beide neben der Liebe zur Kunst, zum Holz und zu einem Leben in der Natur auch noch das Lachen teilen, wurden sie ein Paar. Gemeinsam arbeiten, gestalten und betreuen sie den Arthof in einer kleinen niederösterreichischen Gemeinde, die auf den Namen Kleinbaumgarten hört – was hierzulande [bau:at] ausgesprochen wird, mehr oder weniger, denn diese bizarre Mundakrobatik der ui-Mundart beherrschen weder Robert Gampus, geboren in Waidhofen an der Ybbs, noch die gebürtige Innviertlerin Marlen Schachinger bislang.

Was Robert Gampus in seiner Werkstatt auf Basis alter Spielwarenkunst fabriziert, erinnert Marlen Schachinger oftmals an Kindheitstage in der Tischler-Werkstatt ihres Großvaters, in der sie als selbsternannte ›Assistentin‹ des alten Herrn ihm seine Arbeit oftmals eher erschwerte, denn erleichterte, da sie aus Liebe zum Duft des Holzes für massenweise Späne sorgte. Was kann schöner sein als ein Sprung in die Sägespänegrube? Höchstens ein Buch.

Die schreibt sie in ihrem Schreibatelier neben der Werkstatt, und das freut wiederum Robert Gampus, der selbst lieber hört als liest. Manchmal auch bei seiner Arbeit, wenn er einzelne Tiere von Hand schleift oder mit aufmerksamen Pinselstrichen den kleinen Gesellen ein Gesicht verpasst, ein Schmunzeln hier, ein freches Mäulchen dort, eine vorwitzige Nase oder ein Schleckermaul. Kein Tierchen ist wie das andere, jedes hat einen individuellen Charakter, entstanden durch die Handarbeit an Säge und Schleifblock sowie durch die lebhafte Holzmaserung, die einzig durch Leinöl hervorgehoben, nicht jedoch überdeckt wird.